Fertiggaragen werden in der Regel dazu benutzt, um ein Auto sicher unterzustellen. Umwelteinflüsse, Vandalen und alles was sonst noch des Deutschen liebstes Ding beschädigen möchte, sind in einer Garage sicher, jedenfalls mehr oder weniger, ausgesperrt. Es gibt aber auch Garagen, die weniger von Autos, dafür aber von Menschen bevölkert werden. Menschen, die sich regelmäßig treffen, sich in die Fertiggarage begeben und dort dann Musik machen. Ganz zu Beginn der Garagensessions kann man wahrscheinlich nur mit gutem Willen von Musik sprechen. Aber aller Anfang ist ja bekanntlich schwer und es ist noch kein Meister beziehungsweise Hitparadenstürmer von Himmel gefallen. Mit der Zeit allerdings klingt das, was da aus der Garage kommt, dann immer mehr wie Musik. Nicht bei allen Bands zwar, aber doch bei einigen.
Bands, die in Garagen begonnen haben, deren Karriere sozusagen auf dem Autoabstellplatz gestartet ist, gibt es mehr, als mancher vielleicht denkt. Sogar eine ganze Musikrichtung ist danach benannt, der Garage Rock. Das ist Rock, meist relativ dreckig und bodenständig, der seine Einflüsse aus dem Punk nicht verleugnen kann. Entstanden sind die ersten Garagenrock Bands schon in den 1960er. Natürlich in den USA, aber auch vereinzelt in Europa. Viele der damaligen Musiker gingen noch zur Schule und hörten nachmittags Schallplatten ihrer Musikidole. Einige der jungen Hörer wollten ihren Vorbildern dann nacheifern und ebenfalls eine ganz große Karriere im Musikbusiness hinlegen. Instrumente gab es auch damals schon gebraucht zu kaufen. Fehlte nur noch ein geeigneter Ort zum Üben. Nicht jedes Haus verfügte über einen ausreichend großen Kellerraum, aber die meisten über große Garagen oder Fertiggaragen. Dort fanden viele aufstrebende, junge Musiker den Freiraum, um sich und der Welt zu beweisen, dass sie Musik machen können. Die meisten kamen über dieses Stadium natürlich nicht hinaus, aber einige brachten es zu Weltruhm. Die Ramones zum Beispiel.
